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Kein Wasser - kein Leben

Eine ausreichende Versorgung Ihrer Tiere mit frisches Wasser dient als Grundlage für eine gesunde Entwicklung und Lebensform. Wird Nutztieren ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt, sind sie mit lebensnotwendigen Mineral- und Nährstoffen versorgt. Dabei spielt die Quantität und Qualität eine wesentliche Rolle. Sauberes Wasser, Instandhaltung und hygienische Reinigung der jeweiligen Tränken und Anlagen beugen Krankheiten und Parasiten vor. Die Vielfalt der verschiedenen Ausführungen, Materialien und Systeme ermöglicht eine individuelle und maßgeschneiderte Lösung für Tiere. Achten Sie beim Kauf der Tränkebecken darauf, dass Sie diese entsprechend anbringen und installieren. So können Sie Kontaminationen auf ein Mindestmaß reduzieren. Achten Sie darauf, dass den Tieren immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Die Wasseraufnahme steht bei der Konzeption und beim Einrichten der Tränken im Vordergrund. Der Wasserbedarf der einzelnen Tiere hängt von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel der Temperatur, Futteraufnahme und Lebendmasse, ab.

1. Trinkverhalten Ihres Tieres:


Pferd:

Als Faustregel gilt, dass ein normales Großpferd, das nicht ganztägig auf der Weide steht, täglich 30-50 Liter Frischwasser benötigt. Steht das Pferd auf der Weide, so wird durch die Aufnahme des saftigen Grases bis zu 60% des Wasserbedarfs gedeckt. Die Temperatur spielt hierbei eine große Rolle: Bei Normaltemperaturen um die 15 Grad Celsius sucht das Pferd die Tränke ca. alle 2 Stunden auf. Bei 30 Grad Celsius sind es dann alle 30 Minuten! Bei starkem Schwitzen benötigt das Pferd entsprechend mehr Wasser. Das können dann bis zu 80 Liter täglich sein.

Tipp:

Man sollte darauf achten, dass das Wasser nicht kälter als neun Grad ist. Zu kaltes Wasser schlägt Pferden nämlich auf den Magen. Nach großer Anstrengung, wie zum Beispiel einem schnellen Galopp durch den Wald, sollte man immer erst warten bis sich die PAT-Werte (Puls, Atmung, Temperatur) normalisiert haben und dann erst tränken.


Kuh:

Kühe benötigen für die Produktion von 1 Liter Milch etwa 4 - 4,5 Liter Wasser. Grundsätzlich trinken Kühe in kurzen Etappen (7-12x/Tag), wobei sie jeweils 10 bis 20 Liter Wasser pro Minute aufnehmen. Kühe trinken gerne insbesondere nach dem Melken und während der Fütterung. Dieses Verhalten ist bei Herden deutlich sichtbar. Insbesondere an heißen Sommertagen, wenn die Tiere unter Hitzestress leiden, steigt der Wasserverbrauch der Kühe drastisch an. Die Steigerung kann das 1,2- bis 2-fache betragen. Eine Kuh mit einem Ertrag von 50 kg kann bei Temperaturen von 27° 250 bis 300 Liter Wasser trinken. Um den Kühen die Möglichkeit zu bieten, diese Mengen an Wasser zu trinken, sind bei steigenden Temperaturen zusätzliche Wasserstellen erforderlich. Sobald die Wasserversorgung ungenügend ist, leiden die schwachen Tiere darunter.

Kuhsignale erkennen:

Zieht sich bei der Kuh eine angehobene Hautfalte an der Seite des Halses innerhalb einer halben Sekunde zurück, kann davon ausgegangen werden, dass sie genug Wasser aufgenommen hat. Auch ein glänzendes und geschmeidiges Fell, sowie ein lebhaftes Verhalten können ein positives Zeichen sein. Tief in den Schädel eingesunkene Augen lassen hingegen erkennen, dass die Kuh nicht getrunken hat. In Anbindeställen vernimmt man häufig Schlürfgeräusche von trinkenden Kühen, was im Klartext bedeutet : Die Wasserversorgung ist ungenügend. Falls sich mehrere Tiere auf das Wasser stürzen, kann dies bedeuten, dass sie zu lange im Fressgitter eingesperrt waren. Es kann aber auch sein, dass einige verschmutzt sind. Das kommt daher, dass die Durchflussmenge zu gering ist oder auf der Weide kein Wasser angeboten wird.


Richtwerte für den Wasserbedarf von Rindern als Beispiel auf der Weide:

Tiere                                   Mittelwert                               Max. Wert

Milchkühe                          70                                           180

Mutterkühe                        50                                           100-120

Kalbinnen                           25                                           70      

Jungrind bis 1 J                  20                                           30

Kalb bis 6 Monate              15                                           25

Tränkewasserbedarf in L/Tier/Tag


Schaf:

Vergessen Sie die alte Schäfer-“ Weisheit“, dass Schafe kein Wasser brauchen, weil sie genug über das Weidegras oder den Tau aufnehmen. Schafe benötigen etwa 1,5 bis 3 Liter pro Tier und Tag. Das wären bei 30 Schafen bis zu 90 Liter Wasser. Während der Laktation, also dann, wenn die Mutterschafe Höchstleistungen bringen, kann sich die benötigte Wassermenge sogar mehr als verdoppeln. Verständlich, denn die Milch besteht zum größten Teil aus Wasser. Auch in den Sommermonaten ist das Wasser für die Regulation der Körpertemperatur wichtig. Um hohe Aussentemperaturen zu kompensieren, suchen die Schafe zunächst schattige Plätze auf. Steht kein Schatten auf der Weide (Unterstand,Bäume,Weidewagen) zur Verfügung, erhöht dies den Wasserbedarf nochmals.

2. Gefahren bei zu wenig Wasseraufnahme:

Vom Gewicht des Tieres machen etwa 2/3 Wasser aus, das in Zellen, Blut, Lymphe, Darm, etc. verteilt ist. Vermindert sich dieser Wassergehalt nur um ein Zehntel, so kann das gravierende Folgen für Ihr Tier haben: die Körpertemperatur kann nicht mehr gehalten werden, Nährstoffe werden nicht mehr genügend aufgenommen und Giftstoffe nicht mehr ausreichend abtransportiert. Kreislaufprobleme, Verstopfungskoliken und Muskelkrämpfen können die Folge sein. Dadurchwird die Milchproduktion drastisch eingestellt.

3. Kriterien für die Auswahl der passenden Tränke:

  • Passt der Tränketyp zur Tierart und zum Alter des Tieres?
  • Entspricht die Wassermenge pro Minute, das Wasservolumen und die Anzahl der Tränkeplätze dem Bedarf des Tieres bzw. der Tiergruppe?
  • Ist die Tränke geeignet für die Haltungsform (Einzel oder Gruppe)?
  • Ist die Tränke beheizbar, d.h. geeignet zum Einbau in Kaltställen?

4. Kriterien für die richtige Montage:

  • Höhe der Tränkestellen muss auf die Größe der Tiere angepasst sein 
  • Nach Möglichkeit entfernt von der Futterstelle, um Nasswerden des Futters und Verschmutzung der Tränken mit Futter zu vermeiden
  • Aufstellort bei Laufstallhaltung oder Gruppenhaltung so wählen, dass saufende Tiere andere nicht behindern.
  • Anbringung der Tränken so, dass sie vor Beschädigung (durch Tritte, durch Drängen) geschützt sind.
  • Wasser- und Elektroleitungen geschützt gegen Verbiss verlegen. 
  • Tränken so aufstellen, dass Verkoten nicht möglich ist.

5. Übersicht zu den verschiedenen Tränkebecken:


Offene Trogtränken:

Offenes Saufen in der Natur, typisch für Weidetiere

Schwimmerventil-Becken:

Ideal für Jungtiere und empfindliche Tiere. Ein Schwimmerventil oder Füllventil ist ein durch einen Schwimmer gesteuertes Ventil: Wird ein bestimmter Pegelstand unterschritten, öffnet sich das Ventil, beim Erreichen des Sollpegels schließt es sich wieder. Somit gibt es kaum abgestandenes Wasser in der Tränke. Man unterscheidet hier zwischen:

  • Rohrventil-Becken:

Geeignet für alle Tierarten. Auch hier sorgt das Rohrventil für immer nachlaufendes Wasser. Rohrventil-Becken sind die gängigsten Tränken in der Pferdehaltung.

  • Zungenventil- Becken:

Zungenventilbecken werden vor allem bei Masttieren eingesetzt. Zungenventilbecken erfordern etwas mehr Kraft als Rohrventil-Becken.

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Heizbare Tränken:

Grundlagen für den Anschluss von heizbaren Tränkebecken und Heizkabeln:

Die Ausgaben für Thermostate machen sich relativ schnell bezahlt, da die Anlage nur in Notfällen in Betrieb ist. Die Stromersparnis ist je nach Anlagenleistung beträchtlich. Zusätzlich ist im Gegensatz zum manuellen Einschalten immer gewährleistet, dass bei Frostgefahr die Heizung in Betrieb ist. Die Thermostaten sollten idealerweise an der kältesten Stelle platziert werden. Bitte beachten Sie, dass 230 V Systeme durch einen Fachmann installiert werden müssen.

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Balltränken:

Wie arbeitet eine Balltränke? Wasser kommt mit einer Temperatur von ca. 10° C aus dem Boden und füllt den Tränkebehälter, bis die Bälle die Trinklöcher verschließen. Wenn Tiere trinken, wird über ein Schwimmerventil das verbrauchte Wasser nachgefüllt. Durch die Energie des nach laufenden Wassers bleibt dieses bei Kälte warm und bei Hitze kühl. Mittels des speziellen Ball-Verschlusssystems wird ohne Zusatz von Energie sowohl bei -30° C als auch bei +30° C immer frisches, sauberes und algenfreies Wasser bereitgestellt.

Weidetränken:

Weidetränken gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Hier ist bei der Anschaffung darauf zu achten, dass das Trinkwasser frei von Insekten, Laub und Schmutz ist.  Sie haben die Wahl zwischen Tränkefässern, Weidetrögen, Weidetränken, oder Anschlüsse für Wassercontainer.

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Weidenpumpen:

Durch mehrfaches Betätigen des Bedienhebels pumpen sich die Tiere Wasser aus Tiefen bis zu 7 m in die Tränkeschale. Die Tiere lernen den Umgang mit der Tränke sehr schnell. Eine Pumpe versorgt ca. 15 – 20 Pferde oder Kühe.

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Sauberes Wasser - ein Muss

Egal für welches Tränkesystem man sich auf der Weide und in der Box entscheidet: Täglich, oder besser noch zweimal täglich, müssen alle Tränken auf Funktionstüchtigkeit und Verschmutzungen, zum Beispiel durch Kot und Futterreste, kontrolliert werden.

Verwendet man Tränkwasser aus Brunnen oder natürlichen Gewässern, muss besonders auf eine ausreichende Wasserqualität geachtet werden.Dies sollte durch regelmässige Analysen durch ein zugelassenes Labor überprüft werden.

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