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NPZ Militärpferde / Der Weg zum Trainpferd - Training und Alltag

Im dritten und letzten Teil des Trainblogs wird es nun explizit um die Trainausbildung im Nationalen Pferdezentrum Bern gehen.

Die Pferde und Maultiere genießen eine sehr abwechslungsreiche Ausbildung. Grundsätzlich werden sie meist eine halbe Stunde pro Tag leicht gearbeitet. Sie werden trainiert im: Fahren, Reiten, Basten (Beladen) und Holzrücken.

In ihrer Freizeit haben die Equiden täglich die Möglichkeit sich in Gruppen auf einem Auslauf frei zu bewegen, Sozialkontakt zu pflegen und einfach Pferd (oder eben Muli) zu sein. Dies trägt zu einem ausgeglichenen Wesen bei.

Die Ausbilder beginnen mit dem Fahren im Zweispänner und dem Reiten. Beim Fahren wird zunächst als Partner ein älteres, erfahreneres Pferd gewählt, da dies die nötige Sicherheit ausstrahlt und sich Freiberger und Mulis an ihm orientieren können. Damit macht sich der Ausbildner das natürliche Herdenverhalten des Pferdes zu nutze. Später kombiniert man immer wieder neue Pferde- und Mulipaare miteinander, um sie an verschiedene Partner zu gewöhnen. Zweispännig geht es mit der fortschreitenden Ausbildung nicht nur über das Gelände vom NPZ, sondern auch durch die Stadt. Die Angewöhnung an den Stadtverkehr, inklusive Trams, Busse und Lastwagen, ist ein wichtiger Teil der Ausbildung der Trainpferde, da sie in ihrem späteren Alltag zu jeder Zeit gelassen bleiben müssen.

Sind die Mulis und Pferde einige Male gefahren beginnt man mit der Ausbildung im Basten (Beladen), Holzrücken und Reiten. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt, auch wenn damit nicht begonnen wird, beim Ziehen und Tragen von Lasten. Auf das Ziehen und Basten wird in der Ausbildung besonders wert gelegt, da dies die spätere Hauptaufgabe des Trainpferdes ist.

Geritten werden die Equiden durch die Lehrlinge des NPZ’s. Mit viel Ruhe und Geduld reiten sie die Freiberger und Mulis im Gelände, auf dem Platz und in der Reithalle.

Beim Basten, also beim sogenannten Beladen des Trainpferdes, werden ihm am Ende der Ausbildung drei Gewichte aufgeladen. Dies sind zwei Seitenlasten, die seitlich angebracht werden und eine Oberlast, die direkt auf dem Rücken befestigt wird. Zum Training wird eine lange Oberlast verwendet, die z.T. bis in die Mitte des Halses hereinragt, um die Tiere an verschiedenen Lasten zu gewöhnen, sodass sie auf etwaige Berührungen keine Panikreaktion zeigen. Die Pferde und Maultiere werden Schritt für Schritt an die Lasten herangeführt – bis alle drei aufgeladen werden. Die Tiere müssen keine Höchstleistungen erbringen. Die Pferde und Mulis werden lediglich an etwas Gewicht und die Abläufe gewöhnt. Auch für die Ausbilder sind leichtere Gewichte angenehm, da diese besser zum Auf- und Abladen sind und schneller reagiert werden kann, als mit schwereren Gewichten. Ein wichtiger Gegenstand für das Training ist der sogenannte Bastsattel. Dieser ist eine universell einsetzbare Konstruktion, mit denen das Trainpferd alle seine Aufgaben erfüllen kann. Er kann zum Basten und Ziehen, zum Fahren oder auch zum Reiten benutzt werden.

Gezogen wird in der Ausbildung ein Baumstamm (=Holzrücken). Hier besteht die Schwierigkeit darin, dass die Zugstränge am Bein und unter dem Sprunggelenk entlang verlaufen. Zu Anfang empfinden viele Trainanwärter diese Berührung als ungewohnt. Doch ein gutes Trainpferd sollte auch darauf später keine Panikreaktion zeigen.

Sicher fragen sich auch die meisten Leser, wie genau ein Muli trainiert wird, denn die meisten Leser werden wohl selbst keine Maultiererfahrung haben. Ein Maultier muss mit besonders viel Geduld und Gefühl behandelt werden, denn sie sind von Natur aus viel skeptischer als ein Pferd. Hier ist besonders positive Verstärkung, also das Zufügen eines angenehmen Reizes (Leckerli, Streicheln), das Mittel der Wahl. So lernt es Vertrauen in den Menschen zu setzen. Maultiere sind besonders in sehr schwierigem Gelände von Vorteil, denn sie sind ähnlich trittsicher wie Esel und suchen viel selbstständiger nach einem passenden Weg, als ein Pferd es tun würde. Sie zeichnen sich überhaupt durch eine größere Selbstständigkeit aus. Besonders gut merken sie sich schlechte Erfahrungen und werden bei schlechter Behandlung auch sehr misstrauisch dem Menschen gegenüber. Störrisch und bösartig sind sie keineswegs, auch wenn sie diesen Ruf oftmals besitzen.

Schlussendlich sind die Trainpferde und Mulis immer noch ein wichtiger Teil der Schweizer Armee und wichtig für die Übungen in schwierigem Gelände. Bei beinahe jeder Witterung und auch in steilem Gelände sind die Traintruppen einsetzbar – dann wenn motorisierte Fahrzeuge nicht mehr fahren und Helikopter nicht mehr fliegen können. Durch diesen strategischen Vorteil finden das Trainpferd und –Muli auch heute zu Zeiten der Digitalisierung noch erfolgreich Platz in der Schweizer Armee.

Wir hoffen, dass dieser Blog Ihnen gefallen hat und, dass sie etwas dazugelernt haben. Auch im nächsten Jahr dürfen wir wieder neue Trainpferde im NPZB begrüssen.

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